In der Welt der Logistik und des Einzelhandels sind Barcodes die stillen Helden des Alltags. Sie ermöglichen blitzschnelle Produktidentifikation, reibungslose Kassenvorgänge und präzise Bestandsführung. Doch was passiert, wenn diese unscheinbaren Striche plötzlich ihren Dienst verweigern? Als Spezialisten für industrielle Kennzeichnung mit über 40 Jahren Erfahrung begegnen uns bei Neuhaus AG täglich die typischen Fallstricke, die zu unlesbaren Barcodes führen. In diesem Artikel teilen wir unser Expertenwissen, damit Ihre Barcodes zuverlässig funktionieren – jedes Mal.
1. Nachträgliche Veredelung: Der unsichtbare Feind
Wer kennt das nicht? Der Barcode sieht perfekt aus, aber nach dem Aufbringen einer Folienkaschierung oder dem Einschweißen in Schrumpffolie streikt plötzlich der Scanner. Besonders tückisch sind Störungen in der Ruhezone – dem freien Bereich um den Code herum, den der Scanner braucht, um den Anfang und das Ende des Codes zu erkennen.
Unser Profi-Tipp: Testen Sie Ihre Barcodes immer in ihrer endgültigen Form am fertigen Produkt. Was auf dem Probeausdruck einwandfrei funktioniert, kann nach der Veredelung plötzlich zum Problem werden.
2. Druckzuwachs: Wenn Striche zu dick werden
"Warum ist mein Barcode unlesbar? Er sieht doch gut aus!" – Diese Frage hören wir oft. Die Antwort liegt häufig im sogenannten "Druckzuwachs". Bei vielen Druckverfahren werden die gedruckten Striche in der Praxis breiter als in der digitalen Vorlage.
Im Offsetdruck drückt der verwendete Druck die Punkte in die Breite, beim Tintenstrahldruck kann die Farbe verlaufen. Zwar haben Strichcodes eine gewisse Toleranz gegenüber Breitenveränderungen, aber wird der Druckzuwachs zu groß, leidet die Lesbarkeit erheblich.
Unsere Lösung: Verwenden Sie Thermotransferdrucker wie die Modelle von Zebra oder TSC. Diese bieten eine hervorragende Kantenschärfe und präzise Druckergebnisse. Bei Neuhaus AG beraten wir Sie gerne zur optimalen Druckauflösung für Ihre spezifische Anwendung.
3. Unglückliche Farbkombinationen: Das Auge trügt
Was für uns Menschen gut erkennbar ist, kann für einen Barcodescanner ein Rätsel sein. Besonders problematisch sind rote Strichcodes auf weißem Grund und schwarze Codes auf grünem Hintergrund. Der Grund: Barcodescanner arbeiten mit spezifischen Lichtwellenlängen, die anders reflektiert werden als das sichtbare Licht.
Die goldene Regel: Wählen Sie immer Farbkombinationen mit hohem Kontrast. Schwarz auf Weiß ist der Klassiker – nicht ohne Grund. Wenn Sie es bunter mögen, konsultieren Sie vorab eine Farbtabelle für Barcodes oder sprechen Sie mit unseren Etiketten-Experten.
4. Durchsichtige Untergründe: Die Transparenz-Falle
Ein häufiges Problem in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie: Barcodes auf durchsichtigen Verpackungen. Wenn der dunkle Inhalt durch die Verpackung scheint, kann der Kontrast zwischen Strichcode und Hintergrund so stark beeinträchtigt werden, dass der Scanner versagt.
Unsere bewährte Lösung: Verwenden Sie spezielle Etiketten mit blickdichtem Untergrund für transparente Verpackungen. Bei Neuhaus AG bieten wir eine breite Palette an Spezialmaterialien, die genau für solche Herausforderungen entwickelt wurden.
5. Tückische Materialoberflächen: Wenn Metall zum Problem wird
Besonders auf Metalloberflächen wie Aluminiumdosen oder auf hochglänzendem Papier kommt es häufig zu Lesefehlern. Für das menschliche Auge ist der Barcode klar erkennbar, doch das vom Scanner verwendete Licht wird entweder nicht reflektiert oder stark gestreut.
Ein cleverer Trick: Drucken Sie den Barcode invertiert – statt schwarze Striche auf Metall zu drucken, drucken Sie weiße Lücken, sodass das unbedruckte Metall die Striche bildet. Alternativ können Sie spezielle Etikettenmaterialien verwenden, die für metallische Oberflächen optimiert sind.
6. Vernachlässigte Ruhezonen: Der unterschätzte Freiraum
Eine der häufigsten Ursachen für Scanprobleme: zu kleine oder fehlende Ruhezonen. Diese freien Bereiche links und rechts vom Barcode sind kein überflüssiger Luxus, sondern essentiell für die Funktionalität. Sie helfen dem Scanner, den Anfang und das Ende des Codes zu erkennen.
Unsere Faustregel: Die Ruhezone sollte mindestens das Zehnfache der schmalsten Strichbreite betragen oder den Wert X, je nachdem, welcher Wert größer ist. Im Zweifelsfall lieber großzügiger planen!