MDE-Gerät oder Mobile Touch Computer: Was steckt dahinter und wann lohnt es sich?

In Lagerhallen, an der Rampe, im Aussendienst oder bei der Inventur taucht immer wieder dasselbe Gerät auf: ein robuster Handheld-Computer mit Barcode-Scanner, Touchscreen und WLAN. Manche nennen es MDE-Gerät, andere Mobile Computer oder Mobile Touch Computer. Gemeint ist dasselbe.

Aber wann macht so ein Gerät wirklich Sinn? Und was unterscheidet die verschiedenen Modelle? Das schauen wir uns hier an.

Was ist ein MDE-Gerät?

MDE steht für Mobile Datenerfassung. Ein MDE-Gerät ist ein tragbarer Computer, der Barcode-Scanner, Touchscreen, WLAN-Verbindung und ein Betriebssystem in einem robusten Gehäuse vereint. Im Gegensatz zu einem normalen Smartphone oder Tablet ist er für den harten Industriealltag gebaut: Sturzfest, staubdicht, oft spritzwassergeschützt, mit langer Akkulaufzeit und einem Scanner, der auch beschädigte oder weit entfernte Barcodes zuverlässig liest.

Der Begriff "Mobile Touch Computer" wird heute häufiger verwendet als MDE-Gerät, beschreibt aber dasselbe Geräteprinzip. Zebra Technologies, einer der führenden Hersteller in diesem Bereich, verwendet den Begriff Mobile Touch Computer für seine Handheld-Geräte.

Wann braucht man ein MDE-Gerät?

Die kurze Antwort: Immer dann, wenn Mitarbeitende mobil mit Barcodes arbeiten und die Daten in Echtzeit ins System fliessen sollen.

Lagerverwaltung und Inventur. Bestände erfassen, Wareneingänge buchen, Lagerplätze zuweisen. All das geht mit einem MDE-Gerät direkt am Regal, ohne Rückweg zum PC. Fehler durch manuelle Eingaben werden eliminiert, die Bestände sind in Echtzeit aktuell.

Wareneingang und -ausgang. Lieferungen scannen, Mengen prüfen, Abweichungen sofort erfassen. Der Barcode-Scanner liest alle gängigen 1D- und 2D-Codes, die auf Etiketten aufgedruckt sind.

Produktion und Qualitätssicherung. Bauteile und Chargen entlang der Fertigungslinie verfolgen, Qualitätsprüfungen dokumentieren, Rückverfolgbarkeit sicherstellen.

Kommissionierung. Pick-by-Scan statt Papierliste. Jeder Artikel wird beim Entnehmen gescannt, Fehler werden sofort erkannt.

Aussendienst und Auslieferung. Sendungen scannen, Lieferbestätigungen erfassen, Retouren verbuchen, direkt vor Ort beim Kunden.

Handheld Computer oder Rugged Tablet?

Neuhaus bietet beide Varianten an. Der Unterschied liegt vor allem in der Grösse und im Einsatzszenario.

Handheld-Computer wie die Zebra TC- und MC-Serien sind kompakt, werden in einer Hand gehalten und haben einen integrierten Barcode-Scanner. Ideal für Mitarbeitende, die sich viel bewegen und schnell scannen müssen.

Rugged Tablets wie die Zebra ET-Serie haben grössere Bildschirme und eignen sich für Anwendungen, bei denen mehr Informationen auf einmal angezeigt werden müssen, zum Beispiel für die direkte Anbindung an ein ERP-System oder für die Steuerung von Prozessen. Sie können auf Android oder Windows basieren und lassen sich direkt mit bestehenden Systemen verbinden.

Die Modelle im Überblick

Zebra TC70 Serie ist laut Neuhaus der robusteste Mobile Computer überhaupt. Durch hervorragende Leistung und Grösse vielseitig einsetzbar, auch unter härtesten Bedingungen. Für Anwendungen, bei denen das Gerät wirklich alles mitmachen muss.

Zebra TC52x und TC57 Serie bauen auf den erfolgreichen Vorgängermodellen TC51 und TC56 auf. Weiterentwickelt zu mehr Leistung und besserer Bedienbarkeit. Ein bewährtes Arbeitstier für den täglichen Einsatz in Lager und Produktion.

Zebra MC9300 ist ein Ultra-Rugged-Gerät, das Tastatur und Computer vereint. Die physische Tastatur macht ihn besonders für Anwendungen geeignet, bei denen viel getippt wird oder Handschuhe getragen werden, wo ein Touchscreen an seine Grenzen kommt.

Zebra MC3300 Serie ist der leichte und robuste Allrounder. Vollgepackt mit Funktionen, für die wachsenden Anforderungen in Lager und Logistik ausgelegt.

Zebra ET51x und ET56x Serie sind die robusten Tablets der Produktlinie. Android oder Windows, direkte ERP-Anbindung, grosser Bildschirm. Steigern die Produktivität dort, wo man mehr als nur einen Barcode scannen will.

Eine vollständige Übersicht aller Modelle finden Sie auf der Mobile Touch Computer Produktseite.

MDE-Gerät vs. stationärer Barcode-Scanner: Was wann?

Das ist eine Frage, die sich viele stellen. Die Antwort hängt vom Einsatzort ab.

Ein stationärer Barcode-Scanner ist die richtige Wahl, wenn der Scan-Vorgang immer am selben Ort stattfindet, zum Beispiel an einer Kasse, einem Förderband oder einer festen Arbeitsstation. Günstiger, einfacher, keine Akkuproblematik.

Ein MDE-Gerät ist die richtige Wahl, wenn Mitarbeitende sich bewegen und dabei Daten erfassen müssen. Sobald jemand mit einem Klemmbrett durch die Halle läuft und Barcodes scannt, ist ein MDE-Gerät effizienter und fehlerärmer.

In vielen Betrieben werden beide eingesetzt: stationäre Scanner an fixen Punkten, MDE-Geräte für mobile Aufgaben.

Integration mit Etikettendruck und Software

Ein MDE-Gerät alleine macht noch kein System. Es braucht eine passende Software, die die gescannten Daten verarbeitet und an das Warenwirtschafts- oder ERP-System weitergibt.

Neuhaus bietet dazu passende Etikettensoftware-Lösungen an, die sich in bestehende Systeme integrieren lassen. Der Scan-Prozess, die Etikettierung und die Datenhaltung lassen sich so zu einem durchgängigen Workflow verbinden.

Sinnvoll ist auch die Kombination mit mobilen Etikettendruckern: Wer im Lager direkt vor Ort ein Etikett drucken und anbringen will, kombiniert das MDE-Gerät mit einem mobilen Drucker wie dem Zebra ZQ521 oder ZQ630 Plus.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MDE-Gerät und Barcode-Scanner?

Ein Barcode-Scanner liest nur Codes und gibt die Daten weiter. Ein MDE-Gerät ist ein vollständiger Computer mit eigenem Betriebssystem, Display, WLAN und Scanner in einem Gerät. Es kann eigenständig Anwendungen ausführen und Daten direkt verarbeiten.

Welches Betriebssystem haben MDE-Geräte?

Die Zebra-Modelle bei Neuhaus laufen auf Android (Enterprise-Version) oder Windows, je nach Modell. Android ist heute bei den meisten Handheld-Geräten Standard, Windows wird oft bei Tablets mit ERP-Anbindung bevorzugt.

Wie robust sind MDE-Geräte wirklich?

Die Zebra-Geräte bei Neuhaus sind für den harten Industrie- und Lagereinsatz zertifiziert. Sie überstehen Stürze, arbeiten in staubigen und feuchten Umgebungen und haben Akkulaufzeiten, die für einen ganzen Arbeitstag ausgelegt sind. Details zu den Schutzklassen finden Sie in den jeweiligen Produktbeschreibungen.

Kann ich ein normales Smartphone statt einem MDE-Gerät verwenden?

Für einfache Anwendungen in sauberer Umgebung manchmal ja. Aber für den industriellen Dauereinsatz fehlt dem Smartphone die Robustheit, die Scan-Reichweite und die Enterprise-Software-Integration. Wer ernsthaft auf mobile Datenerfassung setzt, kommt an einem dedizierten Gerät kaum vorbei.

Wie lange hält der Akku eines MDE-Geräts?

Die Zebra-Geräte sind für den Schichtbetrieb ausgelegt. Genaue Akkulaufzeiten hängen vom Modell und der Nutzungsintensität ab. Auswechselbare Akkus ermöglichen bei Bedarf einen schnellen Wechsel ohne Arbeitsunterbruch.

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